Der Fisch in uns: Warum trinken wichtig ist

Schauen wir in unserem Stammbaum mal so richtig weit zurück, dann wird es feucht: Der Weg führt über Reptilien und und Amphibien direkt zurück ins Meer. Auch der menschliche Embryo ist erstmal ein Wassertier, seine Entwicklung erinnert an unsere aquatische Herkunft: Die ersten neun Monate verbringt der Mensch in einer mit Fruchtwasser gefüllten Fruchtblase. Die Flüssigkeit ist lebensnotwendig, denn sie schützt den Fötus vor dem Austrocknen und ist eine Art Stoßdämpfer gegen äußerliche Erschütterungen.
Ohne Nahrung kann der Mensch bis zu zwei Monate leben, ohne Wasser nur wenige Tage.

Unser Körper besteht zu circa 60 Prozent aus Wasser,

unser Gehirn sogar zu rund 80 Prozent. Durch Ausscheidungen und über die Haut gehen bei einem erwachsenen Menschen pro Tag rund 2,5 Liter verloren – also muss diese Menge auch wieder aufgenommen werden: 1,5 Liter über Getränke, den Rest nehmen wir in der Regel automatisch über feste Nahrung zu uns.

Gesunde Erwachsene sollten also mindestens 1,5 Liter Wasser täglich trinken,

besser wäre jedoch mehr: Die Faustregel für die richtige Trinkmenge lautet bei Gesunden 30 bis 40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Wer also 50 Kilogramm auf die Waage bringt, für den wären durchschnittlich zwei Liter Wasser die angeratene tägliche Trinkmenge. Bei 75 Kilogramm wären es 2,3 bis 3 Liter. Wichtig: Wer chronisch krank ist – beispielsweise an Nieren- oder Herzkrankheiten leidet – muss die Trinkmenge eventuell reduzieren und das individuell passende Maß mit dem Arzt absprechen.

Nicht sinnvoll ist es,

die empfohlene Trinkmenge in großen Portionen runterzuschütten – Trinken auf Vorrat funktioniert nicht: Unser Darm kann nur etwa 500 bis 800 Milliliter Wasser pro Stunde aufnehmen, der Rest wird einfach wieder ausgeschieden. Ein kleines Glas pro Stunde ist also optimal. So versorgen Sie Ihren Körper nicht nur konstant mit Flüssigkeit – Sie kommen über den Tag verteilt auch auf die richtige Trinkmenge. Werden Sie sensibel für Ihr Durstgefühl, der Körper meldet sich im Normalfall frühzeitig.

Wie viel Flüssigkeit wir brauchen,

ist unter anderem abhängig von der Außentemperatur und unserer körperlichen Aktivität. Bei anstrengendem Sport oder großer Hitze brauchen wir schnell mehrere Liter – weil wir mehr schwitzen und so viel Flüssigkeit verlieren. Auch Durchfall oder Erbrechen entziehen dem Körper Wasser.

Mit zunehmendem Alter lässt das Durstempfinden häufig nach,

zu den Anzeichen zählen Mundtrockenheit und dickflüssiger Speichel, Verstopfung, Appetitlosigkeit sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch Verwirrtheit und geistige Ausfallerscheinungen sind mögliche Folgen, ein Flüssigkeitsmangel äußert recht schnell sich in einer eingeschränkten geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit.
Ein weiteres Zeichen für Flüssigkeitsmangel: Der Körper scheidet weniger Urin aus als üblich. Zudem ist der Harn dunkler gefärbt. Auf der sicheren Seite ist, wer täglich etwa einen bis anderthalb Liter Urin ausscheidet – was natürlich nicht so einfach nachzuvollziehen ist. Signifikante Abweichungen fallen aber meist doch auf, bei deutlich kleineren oder viel größeren Mengen über einen längeren Zeitraum sollte unbedingt Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Ein schneller Test zur Bestimmung des Flüssigkeitshaushalts funktioniert wie folgt: Man zieht eine Hautfalte hoch, beispielsweise am Unterarm: Bleibt diese nach dem Loslassen kurzzeitig stehen, statt sich sofort wieder zu verstreichen, sollte man davon ausgehen, dass bereits über einen längeren Zeitraum zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wurde.

Für ältere Menschen, aber auch für Säuglinge und Kleinkinder wird ein Flüssigkeitsmangel schnell gefährlich. Hier heißt es also: Rasch reagieren und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.

Das ideale Getränk kommt schlichtweg aus der Leitung,

in Deutschland hat Leitungswasser meist sehr gute Werte und ist daher fast immer zu empfehlen.
Soll es etwas mehr Geschmack sein, eignen sich auch ungesüßte Tees. Übrigens: Teein- oder koffeinhaltige Getränke wie schwarzer und grüner Tee oder Kaffee helfen entgegen vieler Gerüchte durchaus, dem Körper Flüssigkeit zu ersetzen. An dem Gerücht, Kaffee oder Tee entziehe dem Körper Wasser, ist nichts Wahres dran.
Getränke mit hohem Zuckergehalt oder auch Alkoholhaltiges empfehlen sich weniger als Durstlöscher, denn sie liefern gleichzeitig sehr viele Kalorien. So gelten beispielsweise Fruchtsäfte als vitaminreich und deshalb gesund. Doch wer sie unverdünnt trinkt, nimmt ordentlich Kalorien auf. Tipp: einfach mit Wasser verdünnt als Fruchtsaftschorle genießen. Je weniger Zucker, desto besser die Flüssigkeitsbilanz.