Sich regen bringt Segen: Bewegt Euch!

Unser Körper ist auf Bewegung programmiert – denn ohne (ausreichende) Bewegung können sich unser Skelett, unsere Muskulatur und die inneren Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, und der Körper wird auf lange Sicht degenerieren. Für unsere Vorfahren war es ebenso normal wie wichtig, gut zu Fuß zu sein, und das in doppelter Hinsicht: Erstens musste man sich vor Feinden und angreifenden Tieren in Sicherheit bringen und zweitens war auch die Jagd nur dann erfolgreich, wenn man als Jäger schnell genug war. Das Überleben der Spezies war eine Frage der Fitness.

Der moderne Mensch hat andere Probleme,

die natürlichen Feinde gibt es allenfalls noch im Zoo und die Jagd beschränkt sich auf die Fahrt zum Supermarkt. Unser Organismus aber entwickelt ich langsamer als unsere Ökonomie und läuft noch weitgehend im Steinzeit-Modus: Er ist auf Bewegung angewiesen, um gesund zu bleiben. Ein wesentliches Problem unserer heutigen Lebensgewohnheiten besteht nämlich darin, dass wir zu viel sitzen und uns zu wenig bewegen – immerhin um zwei Drittel weniger als noch vor etwa 100 Jahren. Zumindest in der westlichen Welt müssen viele von uns nicht mehr körperlich arbeiten, wir üben unseren Job im Sitzen aus – dann setzen wir uns ins Auto oder in die U-Bahn, um uns dann zu Hause vor den Fernseher zu fläzen. Wer da keinen Ausgleich im Sport sucht oder sich regelmäßig bewegt, zum Beispiel spazieren geht, bekommt vermutlich irgendwann gesundheitliche (und oft übrigens auch seelische) Probleme. Der menschliche Körper muss bewegt werden, sonst baut er ab – so einfach ist das.

Um sich deutlich besser und gesünder zu fühlen,

muss es gar nicht der stundenlange Ausdauersport sein. Kleine Veränderungen im Alltag machen oft schon einen Unterschied. Nutzen wir doch statt des Liftes einfach die Treppe, fahren wir Fahrrad statt Auto. Der Schlüssel für Fitness und Wohlbefinden liegt in häufigen kurzen Bewegungen, die über den ganzen Tag verteilt sind. Je mehr davon, desto gesünder, sagen Gesundheitsexperten.

Bewegung macht glücklich

Einige Experten meinen, es sind die rhythmischen Bewegungen, die Gleichklang in die Psyche bringen. Andere vermuten, dass die im Körper ausgelösten biochemischen Prozesse und die damit verbundenen Hormonausschüttungen für das Wohlfühlen verantwortlich sind. Fest steht: Sport und Bewegung erzeugen ein Glücksgefühl, das den ganzen Tag lang anhält. 

Bewegung stärkt das Herz-Kreislauf-System

Bei längerer Bewegung wird die Durchblutung angeregt und der Herzmuskel bekommt mehr Sauerstoff. Denn mit zunehmender Ausdauer sinkt der Sauerstoffbedarf der Körperzellen und der Lunge. Die Herzschlagfrequenz wird abgesenkt und gleichzeitig das Schlagvolumen erhöht – also die Blutmenge, die mit jedem Herzschlag in den Körper gepumpt wird. Optimale Bedingungen, um Bluthochdruckerkrankungen vorzubeugen oder Bluthochdruck zu senken.

Bewegung fördert die psychische Gesundheit

Sportliche Aktivitäten bauen die Stresshormone Cortisol und Adrenalin ab. Zudem entspannt sich das vegetative Nervensystem. Die Folge: Wir schlafen besser, konzentrieren uns leichter und können mit Stresssituationen besser umgehen.

Bewegung stärkt das Immunsystem

Regelmäßige Bewegung erhöht die Anzahl und Aktivität körpereigener Abwehrzellen – und die sind wichtig für die Bekämpfung von Viren und Tumorzellen. Die stärkeren körperlichen Abwehrkräfte verringern die Wahrscheinlichkeit, an Erkältungen oder sogar Krebs zu erkranken.  

Bewegung tut dem Muskel-Skelett-System gut

Wer sich zwischendurch immer mal wieder bewegt, kräftigt die Stütz- und Bewegungsmuskulatur und beugt Verspannungen vor. Die Bandscheiben freuen sich über den Wechsel von An- und Entspannung. Zusätzlich regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an, der gleichzeitig die Knochendichte fördert und somit Osteoporose vorbeugt.

Bewegung hilft, Fett zu verbrennen

Unsere Muskeln bestimmen, wie viel wir essen können, ohne zuzunehmen. Denn sie haben Einfluss darauf, wie viel Energie wir verbrauchen. Wichtig dabei sind die Mitochondrien, die kleinen Kraftwerke der Zellen. Sie verbrennen die Energie. Je mehr eine Zelle davon hat, desto mehr und schneller wird Energie verbrannt. Regelmäßige Bewegung steigert den Anteil der Mitochondrien und somit auch die Fettverbrennung.

Bewegung macht schlau

Nach dem Sport können wir uns besser konzentrieren und komplexe Aufgaben leichter lösen. Den Grund dafür vermuten Wissenschaftler im Laktat. Laktat ist eine Form der Milchsäure und entsteht in den Muskeln, wenn wir uns bewegen. Die Nervenzellen im Gehirn brauchen die Milchsäure, um richtig funktionieren zu können. Da nach dem Sport mehr Laktat produziert wird, könnte es für die gesteigerte Hirnleistung verantwortlich sein.