Aktuell: So lässt sich eine Virusinfektion vermeiden

Ohne in Panik zu verfallen, aber aus gegebenem Anlass haben wir den eigentlich vorgesehenen Beitrag vertagt und wenden uns außer der Reihe einem Thema zu, das die Schlagzeilen dieser Tage dominiert: Corona. Natürlich, China ist weit weg, in Europa sind bisher nur einige wenige Fälle des neuen Erregers registriert und unter ständiger Beobachtung – dennoch sind sich selbst Experten unsicher, welchen Verlauf die Krankheit in unserer reisefreudigen Zeit nehmen wird und welche Gefahren tatsächlich auf uns zukommen könnten. Anlass genug also, um ein scheinbar profanes Thema zu beleuchten, das andererseits höchst effektiven Schutz bieten kann: Denn kaum etwas ist so effektiv wie richtiges Händewaschen, wenn es darum geht, Viren und Bakterien abzuwehren. 

Der Grund ist simpel:

Türklinken, Lichtschalter, Telefonhörer – im Laufe eines Tages berühren wir mit unseren Händen unzählige Gegenstände. All das hinterlässt Spuren. Im besten Fall harmlose – wie Staub, Fasern und Schmutzpartikel. Andere dagegen können krank machen, Viren zählen dazu, aber auch Bakterien. Sind die Erreger erst einmal auf den Händen, haben sie leichtes Spiel: Wir reiben uns die Augen, fassen uns ins Gesicht und tragen die Erreger so unbewusst auf die Schleimhäute auf, von wo sie in den Körper eindringen können. Erkältungen, Grippe, aber eben auch Infektionen wie Corona werden oft über die Hände übertragen. Sie gelten als die Haupteintrittspforte für Infektionen aller Art. Und nicht nur das – die Infektion kann in beide Richtungen ablaufen: Wir stecken uns nicht nur selbst durch Keime an den Händen an, sondern infizieren auch andere Menschen, wenn wir selbst erkrankt sind. Da reicht es in die Hände zu husten und im Anschluss fleißig Hände zu schütteln. 

Händewaschen schützt in beiden Fällen,

indem Krankheitserreger einfach in den Abfluss gespült werden. Zumindest in der Theorie. Die Maßnahme mutet simpel an – doch mit einfachem Einseifen und Abspülen ist es nicht getan.

Wie also werden unsere Hände wirklich hygienisch rein?

Hier eine kleine Anleitung für richtiges Händewaschen: Fünf Schritte sollten es mindestens sein, damit das Händewaschen auch als gründlich gelten kann, heißt es auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Erstens: Gründliches Händewaschen braucht etwas Zeit
– Hände unter fließendes Wasser halten und die Temperatur so einstellen, dass sie angenehm ist.
– Die Hände im Anschluss gründlich von allen Seiten einseifen – Fingerspitzen und auch Fingerzwischenräume nicht vergessen. Flüssigseife ist hygienischer als Kernseife.
– Im Anschluss heißt es: reiben. Mindestens für 20 bis 30 Sekunden.
– Die eingeseiften Hände mit fließendem Wasser abspülen. Danach nicht mehr an den Wasserhahn fassen. Am besten lässt er sich mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen schließen.
– Die Hände im Anschluss gründlich abtrocknen – und auch hier die Fingerzwischenräume nicht vergessen. In öffentlichen Räumen sind Einmalhandtücher gut geeignet. Zuhause sollte es ein persönliches Handtuch für jedes Familienmitglied sein. 

Anders als viele Menschen glauben,

ist das Händewaschen mit besonders heißem Wasser nicht besonders effektiv, sondern strapaziert die Haut nur unnötig. „Die Wassertemperatur hat keinen Einfluss auf die Reduktion der Mikroorganismen“, schreibt dazu die BZgA. „Viel wichtiger sind die Dauer des Händewaschens und das Maß der Reibung beim Einseifen der Hände.“ Jeder könne die für sich angenehme Wassertemperatur wählen. 

Sonderfall Händedesinfektion

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist in der Regel ausreichend, um einer Ansteckung vorzubeugen. Eine richtige Desinfektion der Hände ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll – zum Beispiel nach direktem Kontakt mit Erkrankten oder wenn abwehrgeschwächte Menschen im Haushalt leben. Und auch beim Betreten und Verlassen eines Krankenhauses sollten die Hände sicherheitshalber desinfiziert werden. 

Darüber hinaus gibt es einige einfache Tipps, wie man die Gefahr einer Ansteckung zumindest minimieren kann, sei es nun mit dem Corona-Virus oder einem simplen grippalen Infekt:

Abstandhalten zu Personen mit Symptomen einer akuten Erkrankung
Kein Hautkontakt mit Gegenständen, die viele andere Menschen berühren (also etwa Einkaufswagen, Türgriffe im Büro usw.)
Händeschütteln vermeiden

Wo immer möglich, keine größere Menschenansammlungen aufsuchen – also den Besuch im Fußballstadion lieber vertagen, Konzertsäle oder Kinos meiden und vielleicht sogar den Karnevalsumzug besser am Fernseher verfolgen.

Keine Panik also – aber ein wenig Vorsicht scheint zur Zeit ganz angebracht.